Victory Day

Jedes Jahr wird am 9. Mai auf dem Treptower Park den Tag des Sieges gefeiert. Alle Nationen der ehemaligen Sowjetunion treffen sich dort um Blumen abzulegen und den gefallenen Soldaten zu gedenken. Meine Familie und ich sind auch jedes Jahr dort, da unser Familienmitglied auch einer der Soldaten war..

Es sind zweiundsiebzig Jahre her, als der Friedensvertrag unterschrieben wurde und nun so langsam der Frieden zwischen den ganzen Ländern einströmte. In Deutschland war das der 8. Mai und in der ehemaligen Sowjetunion der 9. Mai. Seit dem sind zumindest in Russland alle stolz, dass ihre Großeltern bzw. Urgroßeltern gemeinsam mit den Amerikanern und Engländern die Welt vom Leid befreit haben.
Jeder hat eine ganz besondere Geschichte, manchmal verloren die Familien ihre Angehörigen, manchmal wird erzählt, dass der Angehörige sogar bis nach Berlin kam und so ist es auch bei mir. Auch ich habe eine kleine Geschichte zu erzählen..


Mein Urgroßvater Edmund Schirrmann musste an die Front, da sein älterer Bruder nicht in der Lage war anzutreten. Allerdings war es damals so, dass Russland-Deutsche alle deportiert wurden und sie durften auch nicht zur Armee, da man den Verdacht hatte, dass sie auch das rote Land verraten würden. Doch mein Großvater musste an die Front und gehörte zu den, die Odessa am Schwarzen Meer von den Faschisten befreit haben. Hört sich heldenhaft an, doch er erlitt eine schwere Verletzung und musste ins Krankenhaus und später wurde er verhaftet, von der Sowjetischen Polizei, weil sie aufgrund seiner Nationalität als Verräter angesehen wurde. Anschließend wurde er aber befreit und er nahm eine große Wanderung auf sich und wanderte bis hin nach Kasachstan, wo er meine Urgroßmutter traf und sie später heirateten..


Leider verstarb er, als ich gerade mal zwei Jahre alt war und so hatte ich keinerlei Chance ihn richtig kennenzulernen. Meine Mama, die ihren Opa so sehr liebte, erzählte, dass er nie wirklich über den Krieg erzählt hatte, weil das eben eines der schlimmsten Erfahrungen für ihn war. Seit dem Krieg verlor er seine Familie und wir wissen bis heute nichts über sie und haben auch keinen Kontakt zu ihnen, falls sie überlebt haben. Deswegen sind wir stolz, nicht weil das Land so groß ist und gerne mal konkurriert, sondern weil unsere Familienangehörige die Welt vom Leid befreit haben. Klar, man versteht diesen Stolz nicht und für manch Anderen ist es auch absolut nervig und ich kann das echt nachvollziehen. Ich wollte einfach mal meine Geschichte mit euch teilen und erklären, weshalb ich auf meinen Uropa stolz bin.

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